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GROßE AUFGABEN FÜR EINKLEINES LAND: ZYPERNÜBERNIMMTEU-RATSPRÄSIDENTSCHAFT

29.06.2012

Am 1. Juli übernimmt Zypern turnusgemäß für ein halbes Jahr die EU-Ratspräsidentschaft. Neben der Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise stehen die Verhandlungen zum nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen 2014-2020 ganz oben auf der Agenda.

Im Bildungsbereich will sich die zyprische Regierung auf die folgenden thematischen Prioritäten konzentrieren:

Neues Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport

Mit dem neuen Programm soll etwa 5 Millionen Menschen eine Chance für Studienaufenthalte oder Praktika im Ausland gegeben werden, die durch ein Stipendium gefördert werden. Das Programm mit dem vorläufigen Titel "Erasmus für alle" wird sämtliche europäischen und internationalen Programme in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport ablösen, indem es die sieben bestehenden Programme vereint. Ziel der Zusammenführung ist es, Verfahren zu vereinfachen und die Zersplitterung und Überschneidung der Programme zu vermeiden.

Alphabetisierung

Die zyprische Ratspräsidentschaft wird die Annahme von Schlussfolgerungen des Rates zu diesem Thema unterstützen und versuchen, den Analphabetismus durch ein hochwertigeres Bildungs- und Ausbildungsangebot zu bekämpfen. Im Rahmen der Ratspräsidentschaft wird am 5. und 6. September eine Konferenz zum Thema Alphabetisierung stattfinden.

Gleichberechtigung und Exzellenz in der beruflichen Bildung

Während der zyprischen Ratspräsidentschaft wird ein besonderes Augenmerk auf die Stärkung und Erhöhung der Attraktivität der beruflichen Bildung bei Jugendlichen und Erwachsenen mit Schwerpunkt Gleichberechtigung und Exzellenz gelegt.

Darüber hinaus wird die aktualisierte Agenda des Kopenhagen-Prozesses, welche die Leistung, Qualität und Attraktivität der Berufsbildung durch eine verstärkte Zusammenarbeit auf europäischer Ebene verbessern soll, fortgeführt.

Qualitätssicherung und Modernisierung der Hochschulbildung

Im Bereich der Hochschulbildung ist die Modernisierung der Universitäten ein Schwerpunkt. In dieser Hinsicht wird ein besonderes Augenmerk auf die Qualitätssicherung und Internationalisierung der Hochschulbildung in Übereinstimmung mit den Zielen der EU-Agenda für die Modernisierung der Hochschulbildung und dem Bologna-Prozess gelegt.

Der Beitrag der allgemeinen und beruflichen Bildung zur Strategie Europa 2020: ein Follow-up zum Europäischen Semester

Die Ratspräsidentschaft wird in enger Zusammenarbeit mit dem Rat und der Kommission die Ergebnisse des Europäischen Semesters in den Bereichen Bildung und Ausbildung nachbereiten. Alle Mitgliedstaaten stehen vor der Herausforderung, die Leistungen im Bereich der Bildung angesichts knapper öffentlicher Finanzen zu verbessern und suchen nach Möglichkeiten, um die Effizienz und Qualität zu erhöhen. Als Ergebnis wird die Ratspräsidentschaft Schlussfolgerungen des Rates als Antwort der Bildungsminister auf die Herausforderungen der Strategie Europa 2020 im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung vorschlagen.

Nicht formales und informelles Lernen

Formales Lernen (Lernen im System der formalen Allgemein- und Berufsbildung) ist traditionell die bekannteste und in der Gesellschaft und insbesondere auf dem Arbeitsmarkt die anerkannteste Form des Lernens. In den letzten Jahren jedoch rückt das Lernen im nicht formalen und informellen Bereich immer stärker in den Mittelpunkt. Die Validierung nicht formalen und informellen Lernens ist ein zentrales Element der EU-Bildungspolitik. Daher sind neue Ansätze erforderlich, um diese weniger formalen Lernerfahrungen zu identifizieren und zu validieren. In diesem Zusammenhang wird die Ratspräsidentschaft eine Empfehlung des Rates zur Validierung nicht formalen und informellen Lernens vorschlagen.


Bildungspolitisches Programm der zyprischen Ratspräsidentschaft im Netz