FORTSCHRITTSMESSUNG
Indikatoren und europäische Durchschnittsbezugswerte (Benchmarks)
Die regelmäßige Beobachtung der Leistungen und Fortschritte ist ein wichtiger Bestandteil der europäischen Bildungszusammenarbeit. Sie ermöglicht, Stärken und Schwachpunkte aufzuzeigen und liefert Erkenntnisse für künftige Strategien. Die bereits entwickelten Indikatoren und Benchmarks (Durchschnittsbezugswerte) stellen daher wichtige Orientierungshilfen dar.
Im Rahmen des EU-Arbeitsprogramms 2010 und des im Mai 2009 beschlossenen Nachfolgeprogramms „Strategischer Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung“ bis 2020 haben die EU-Bildungsministerinnen und -minister verschiedene Benchmarks definiert. Dabei herrscht Einvernehmen, dass diese als EU-weite Durchschnittsbezugswerte gelten - aber eben nicht als Zielsetzungen auf nationaler Ebene.
Die bis 2010 vereinbarten Benchmarks konnten nur teilweise erreicht werden. Auf Basis der bis dahin erzielten Fortschritte wurden diese Benchmarks überarbeitet und in neue Benchmarks bis 2020 umgewandelt. Sie sollen sich nur auf vergleichbare Daten stützen und den unterschiedlichen Situationen in den einzelnen Mitgliedsländern Rechnung tragen und sind nicht als konkrete Ziele für einzelne Länder zu sehen.
Folgende EU-weite Benchmarks wurden bis 2020 vereinbart:
- Anteil frühzeitiger Schul- und Ausbildungsabgängerinnen und -abgänger an den 18- bis 24-Jährigen, die nicht über einen Abschluss des Sekundarbereichs II verfügen und nicht an Aus- und Weiterbildung teilnehmen, von weniger als 10%;
- Senkung des Anteils der 15-Jährigen mit nur mangelhaften Kompetenzen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften auf weniger als 15%;
- Steigerung des Anteils der 30- bis 34-Jährigen mit tertiärem Abschluss auf mindestens 40% – unter Berücksichtigung der gleichwertigen Bedeutung der beruflichen Aus- und Weiterbildung;
- Teilnahme von mindestens 95% der Kinder zwischen vier Jahren und dem gesetzlichen Einschulungsalter an Vorschulbildung;
- Teilnahme von mindestens 15% der Erwachsenenbevölkerung am lebenslangen Lernen.
In drei weiteren Bereichen hat der Rat die Europäische Kommission aufgefordert, neue Benchmarks zu entwickeln:
- Mobilität zu Lernzwecken;
- Beschäftigungsfähigkeit;
- Fremdsprachenerwerb.
Der Zeitraum bis 2020 ist in mehrjährige Zyklen unterteilt worden, an deren Ende jeweils eine Bewertung der bis dahin erreichten Fortschritte geplant ist (1. Zyklus von 2009 bis 2011).
Alle zwei Jahre veröffentlichen der Rat und die EU-Kommission sogenannte "Fortschrittsberichte" über den Stand der Umsetzung in den Mitgliedstaaten. Zudem legt die Kommission jährlich einen statistischen Fortschrittsbericht vor. Eine Übersicht über alle Fortschrittsberichte und die zugrunde liegenden nationalen Berichte findet sich auf der Internetseite der Europäischen Kommission:
http://ec.europa.eu





